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Eng zusammenhalten: TSV-Jugend trotzt dem Corona-Virus

bei TSV Redaktion

Seit mehr als einem Monat beeinflusst das Corona-Virus unseren Alltag. Auch für unseren Handballnachwuchs ist es eine komplette Umstellung: Keine Schule, kein Besuch bei Freunden und kein sportlicher Wettbewerb gegen andere Teams. Nicht einmal Training ist in der Halle möglich. Wie geht der Nachwuchs mit dieser Situation um? Wir haben uns in den Jugendmannschaften der TSV Burgdorf umgehört und gefragt, wie die Herausforderungen gemeistert werden. Lest die Antworten unserer Jungs und Mädchen selbst, es sind ganz interessante Dinge dabei.

Von Langeweile ist bei Connor Stümpel (mA-Jgd) noch nichts zu spüren: „Ich habe von der Schule ziemlich viele Arbeitsaufträge bekommen. Dann beschäftige ich mich viel mit meinem Hund und natürlich haben wir auch Trainingspläne, die erfüllt werden müssen. Also wird mir eigentlich die ganze Zeit kaum langweilig. Mit der gegenwärtigen Situation gehe ich ganz ruhig um, halte mich einfach an die Regeln, die es momentan gibt. Nach draußen gehe nur, wenn ich unbedingt muss. Aber natürlich fehlt mir am meisten der soziale Kontakt zu meinen Freunden und der Sport.“

Für Lukas Friedhoff (mA-Jgd) sieht es so aus: „Ich nutze die Gelegenheit um zu Hause viel Klavier zu spielen.“ Bei dem Wetter gibt es außerdem den Vorteil draußen Zeit mit den Hunden zu verbringen und im Garten Musik zu hören. „Durch die ganze Situation bin ich sehr vorsichtig geworden, passe auf was ich mache, um mich und meine Familie zu schützen. Dennoch fehlt mir mehr als alles andere einfach das Training in der Halle und der Kontakt mit meinen Mannschaftskollegen. Hinzu kommt das ich gerne was unternehme, aber dies jetzt nicht machen kann.“

„Puuuuh! So viele Wochen keine Schule“, sagt Paula Weiß (wA-Jgd). „Ok, das ist eigentlich gar nicht so übel, auch wenn wir in der Zeit vor den Ferien jeden Tag Aufgaben bekommen haben, die bearbeitet werden mussten. Aber genauso lange oder noch länger kein Handball?!?! Das ist doch unmöglich!!“ Harte Wochen, zumal die sozialen Kontakte auch eingeschränkt wurden. „Was ich aber an der Corona-Zeit wirklich schön finde ist, dass man als Familie zu Hause viel Zeit miteinander verbringen kann. Das genieße ich sehr. Des Öfteren kommt es vor, dass wir ein Spiel zusammenspielen oder einen Film gucken.“ Ohne Handballtraining fit bleiben? Damit die Ausdauer nicht sofort flöten geht, läuft sie einen Tag eine Runde, am anderen stehen Krafttraining und Stabi-Übungen im eigenen „House-Gym“ auf dem Plan. Fazit von Paula: „Der Corona-Alltag ist also doch gar nicht so schlimm wie befürchtet. Trotzdem hoffe ich sehr, dass das Training so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann und wir zu unserem gewohnten Alltag zurückkehren werden.“

Übrigens: Die wB/wA und Damen haben sich bei der „Helfer-Gruppe Burgdorf“ angemeldet. „Bisher haben wir aber nur Handzettel verteilt, andere Hilfsdienste wie Einkauf o.ä. werden sicherlich noch kommen“, sagt Trainerin Nicole Eckelmann.

Ziemlich durcheinander gebracht hat Corona das Leben von Paul Perl (mB): „Die zuerst erhofften „Ferien“ waren nämlich keine, da man trotzdem noch die Aufgaben der Lehrer zuhause machen sollte und zusätzlich -wie erwartet- noch Aufgaben seiner Trainer bekommen hat“. Es gibt keinen Tag an dem es nichts zu tun gibt, beschreibt Paul seinen täglichen Ablauf: „Mathe, Englisch, Latein etc. für die Schule, dann die Aufgaben der Trainer erfüllen (Laufen, Kraft, Athletik) um körperlich fit zu bleiben. „Aber das ist ja noch nicht alles: Hinzukommt ein Sachbuch lesen, Zimmer aufräumen, im Haushalt helfen und Gruppenaufgaben.“ Mittlerweile hat er allerdings seinen Rhythmus gefunden und alles fällt nicht mehr so schwer. Natürlich fehlt Paul das Training sowie das Zusammensein mit Freunden und Mitspielern. „Klar, da man nichts außerhalb des eigenen Grundstücks machen kann – „social distancing“ gilt schließlich für alle und alles. Die Aufrufe zur Solidarität finde ich gut und hoffe, dass möglichst viele mitmachen (und wenn es nur ist, dass sie zuhause bleiben).“

Relativ übersichtlich empfindet Yannek Müller (mC1) seinen Alltag: „Eigentlich jeden Tag Sport, sowie im Haushalt und bei der Renovierung unseres Hauses helfen. Wir können die aktuelle Lage jetzt nicht groß ändern, aber man kann halt als Einzelner verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreitet.“ Zwar sei der tägliche Ablauf deutlich eingeschränkter, aber Platz zur Absolvierung der täglichen Aufgaben zum Fithalten ist vorhanden. „Außerdem haben wir einen Ernährungsplan bekommen, um unser Immunsystem wegen des Virus zu stärken.“

Ganz schön sportlich geht es bei Lara Schmitz (wC Jgd) und ihren Mitspielern zu: „Ich gehe 5x pro Woche laufen. Wir haben für unsere Mannschaft eine Lauf-App und da batteln wir uns gerne, wer am meisten läuft ☺️.“ Zeit für anderes bleibt natürlich auch noch: „Ich lerne viel für die Schule und koche oft.“ Trotzdem fehlt natürlich das Training in der Halle und das Zusammensein mit den Mitspielerinnen. „Schade ist auch, dass das Sichtungsturnier zur HVN Auswahl abgesagt werden musste.“ Da sind wir uns allerdings sicher, dass es spätestens mit dem Start der neuen Saison nachgeholt wird.

Und wie gehen die Jüngsten mit der neuen Virus-Situation um?

"Ich bin Theo, momentan noch Keeper in der D-Jugend. Sobald dieser Corona-Mist irgendwann vorbei ist, geht's in der C-Jugend weiter.
Am Anfang hieß es gerüchteweise, dass wir bis zu den Osterferien schulfrei bekommen würden. Man, was haben wir uns alle gefreut: Zwei Wochen früher frei, kein Unterricht, keine Arbeiten, nur zu Hause rumhängen, chillen und nichts tun. Als es dann tatsächlich so kam, bekamen wir von unseren Lehrern Aufträge nach Hause geschickt. Schreibt doch wirklich einer meiner Lehrer „damit Ihr Euch zuhause nicht so viel langweilt..." — Frechheit sowas. Dennoch sollte ja wohl genug Zeit zum Trainieren und Zocken bleiben. Dann wurden aber auch das Training und die letzten Ligaspiele abgesagt. Das war jetzt schon blöd, weil nämlich auch die Treffen mit Freunden oder privat bei jemandem im Garten zu trainieren ausfiel. Auch unser Spanienurlaub in den Osterferien wurde abgesagt. Von den Trainern haben wir jede Menge Trainingspläne und Challenges bekommen, damit wir nicht komplett faul zuhause rumhängen und in Form bleiben. Abends muss ich dann immer ein bisschen im Haushalt helfen, Zimmer aufräumen oder Geschirrspüle leeren. Cool ist das Ausschlafen, das gefällt mir. Nach dem Frühstück mache ich immer etwas für die Schule — dafür sorgt meine Mutter. Mittags läuft der PC, nachmittags kommt dann das Training. Manchmal gehe ich allein laufen, manchmal mit meinem Papa. Die Übungen sind super, ich mache sie meist zusammen mit meinem „Whatsapp-Quarantäne-WG-Kumpel" Simon. Wir motivieren uns gegenseitig, gemeinsam ist es lustiger. Ohne Schule ist ganz ok... aber ohne Halle, die Jungs und Handball, ist Corona einfach Mist.

Und wie sieht es bei Lisa-Marie und Lea-Sophie (beide wD Jgd) aus? So ganz ohne Schule, Handball und Freunde? „Ohne Schule ist es langweilig, aber auch entspannter. Die Lehrer schicken viele Aufgaben, die kann man sich aber selber einteilen“, sagt Lea. Auch Lisa ist langweilig, „dafür ist es aber lange nicht so hektisch, man hat viel mehr freie Zeit.“ Freie Zeit, die aber nicht mit Handball gefüllt werden kann: „Ja, das ist blöd, weil man sich nicht so gut auspowern kann. Das fehlt schon“, meint Lisa. Aber fit halten sich die beiden trotzdem: Im heimischen Garten ist ein großes Trampolin aufgebaut, das viel genutzt wird. Außerdem sollen Joggen, Stabi-Übungen und Springseil springen zum Sportprogramm gehören, doch das kann derzeit nur Lisa, denn Lea hat sich verletzt und muss darauf verzichten: „das ist gemein, denn ich würde so gerne…“ Weil der Tag so natürlich noch nicht gefüllt ist, helfen beide den Eltern im Garten und beim Haushalt. Aber trotzdem fehlt was. „Handball und Freunde treffen, das wäre schon toll wieder“, heißt es wie aus einem Munde.

Tatsächlich hat die Corana-Pandemie große Einschnitte in das alltägliche, gewohnte Leben gebracht. Es fehlen die wichtigen sozialen Kontakte, natürlich auch den Mannschaftssportlern untereinander. Es bleibt zu hoffen, dass das gefährliche Virus bald besiegt ist und von dort keine Gefahr mehr ausgeht. Wir wollen alle zurück zu unserem gewohnten Leben, deswegen ist es wichtiger denn je, die Beschränkungen, die unseren Alltag derzeit schwieriger machen, einzuhalten. Je intensiver, je besser – um so früher ist alles vorbei.
Deshalb der Wunsch an alle: Haltet Abstand und bleibt gesund.